ST.ERN Photography Blog

Ich teile auf dieser Seite meine Erfahrungen mit Euch. Ich habe dazu als den Blog gewählt, da dann aktuelle Themen automatisch oben stehen. Und natürlich ST.ERN Photography Blog genannt.Das sind Erfahrungen aus allen Bereichen der Fotografie, in denen ich aktiv bin. Damit möchte ich Kollegen und Kunden informieren, aber auch an Fotografie interessierte ansprechen. Ich freue mich darauf, mit Euch Inhalte zu diskutieren und werde auf jeden Beitrag von Euch antworten. 


Das erste mal...

Das ERste Mal vor Der Kamera

Sie sind noch nie vor der Kamera gestanden? Zumindest nicht bei einem professionellen Fotografen bzw. Unterwasser....

 

Ich gebe ihnen in dem folgenden Beitrag nützliche Tipps und Tricks um sich optimal auf ein Fotoshooting vorzubereiten. Nehmen Sie sich vor dem Fototermin  etwas Zeit für ein paar einfache Übungen. Das empfehle ich insbesondere meinen Kunden im Bereich der Unterwasserfotografie da hier der Auftrieb das Posen vor der Kamera erschwert. Diese Hinweise gebe ich auch bei unseren Vorgesprächen zu den Fotoshootings – und dazu noch weiterführende Tipps.

Fotoshooting im Studio

Ich empfehle ihnen...

Wie wollen Sie vor der Kamera wirken? Welche Posen stellen Sie sich vor? Sie wissen es noch nicht? Dann schauen Sie doch mal in Zeitschriften nach. In vielen Zeitschriften und Modemagazinen finden Sie Posen von Menschen. Reißen Sie einfach die Blatter heraus und sammeln Sie Posen die Ihnen zusagen. Bringen Sie ihre Posensammlung zu unserem Vorgespräch mit, so kann ich mir ein besseres Bild von ihren Vorstellungen machen.

 

Sie können vor dem Shooting gerne auch Posen einüben – idealerweise nach unserer Vorbesprechung.. Prägen sie sich dazu ihre Lieblingsposen ein, stellen Sie sich vor den Spiegel, schließen Sie die Augen,  nehmen Sie die Pose ein. Fühlen Sie bewusst wie sich diese Pose anfühlt. Öffnen Sie ihre Augen und beobachten Sie, wie  die Pose auf Sie wirkt. Gibt es Unterschiede zu ihrer Wunschvorstellung? Unter Umständen fühlt sich die Pose unangenehm an – das kann sein, aber man sieht es  oft nicht.

Beobachten Sie sich genau, spannen Sie den Körper immer etwas an. Es geht um eine leichte Körperspannung – nicht verkrampfen. Wenn die Pose so aussieht, wie sie es soll, beginnen Sie, sich im Licht zu drehen und beobachten sie die Wirkung auf die Pose. Fühlen Sie sich nun in die Pose hinein, versetzen Sie sich in eine Situation die mit passenden Emotionen besetzt ist. Beginnen, sie mit ihrer Mimik zu spielen.

Wenn Sie sich mit ihrer Pose sicher sind, beginnen Sie mit der Pose zu spielen, stellen Sie sich auf die Zehenspitzen, ziehen Sie High Heels an. Achten sie auf Veränderungen in ihrer Körperspannung. Wenn Sie diese Erfahrungen haben, werden Sie es vor der Kamera leichter haben.  

Insbesondere Unterwasser ist es sehr hilfreich, Posen „blind“ zu beherrschen. Sie haben dort keinen festen Boden unter den Füßen, dazu noch den Auftrieb. Das sind „verschärfte“ Anforderungen. Aber mit meiner Erfahrung bekommen wir das gemeinsam gut hin...

Die richtige Kleidung zum jeweiligen Shooting ist wichtig

Enge Kleidung und Hautabdrücke

Ganz wichtig für das Fotoshooting ist , dass Sie sich wohlfühlen. Ihre Kleidung spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle. Achten Sie darauf dass die Kleidung die Sie vor dem Fotoshooting tragen nicht zu eng ist (z.B. Socken, enge Jeans). Kleiden Sie sich lieber locker, das entspannt Sie! Enge Kleidungsstücke hinterlassen, sobald ausgezogen, Abdrücke auf der Haut, diese verschwinden erst nach ca. drei Stunden.  Daher empfehle ich ca. fünf Stunden vor dem Shooting, nichts Enges an die Haut lassen!

Und bei Unterwassershootings  saugt sich Kleidung voll mit Wasser und wird schwer. Daher keine Spaghetti Träger bei Kleidern – das schneidet ein und schmerzt!

 

Planen Sie ein freizügiges Shooting betrifft das auch die Unterwäsche. Diese darf keinesfalls zu eng sein, das Sie dann Abdrücke hinterlässt. Sollte es nicht anders gehen, lassen Sie diese am besten weg.

Sie sollen sich wohlfühlen

Zur Vorbereitung und Einstimmung auf das Shooting können Sie sich was besonders gönnen, z.B. ein entspannendes Bad oder eine Massage - verwöhnen Sie sich! Das wirkt sich auf ihre Ausstrahlung aus. Je entspannter Sie sind um so mehr werden Sie beim Shooting ausstrahlen. Unterstützen Sie das Wohlbefinden durch einen erholsamen Schlaf. Dabei hilft ein leichtes Essen, keinen Alkohol und wenig rauchen.

Vermeiden Sie allerdings alles, was zu einer Reizung der Haut führen könnte, z.B. einen Besuch eines Solariums oder ein (aggresives) Peeling..

Zum Fotoshooting sollten Sie glatt rasiert erscheinen. Achseln, Beine und ggf. die Bikinizone, am besten 2-3 Tage vorher nicht rasieren denn längere Haare lassen sich schonender rasieren als kurze und sorgt somit für weniger Rötungen. Am besten am Abend vor dem Shooting, Damit bleibt der Haut noch genügend Zeit zur Erholung!

Auch Unterwasser ist en entspanntes Shooting möglich

Make-up

Haben Sie zum Shooting eine Visagistin mitgebucht, kommen Sie bitte ungeschminkt. Abschminken reizt die Haut und benötigt unnötig Zeit.

Sollten Sie sich selbst schminken wollen, können Sie gerne etwas mehr aufgetragen als normalerweise. Auf Fotografien wirkt Make-up immer schwächer als in der Realität. Das trifft vor allem auf Schwarz & Weiß Aufnahmen zu.

Make-up für Unterwassershootings erfordert Spezialwissen und viel Erfahrung – daher empfehle ich unbedingt, über mich eine Visagistin dazu zu buchen.  Unterwasser Make-up wirkt an Land anders als Unterwasser!

Make-up fürs Fotoshooting

Was ist mitzubringen?

In der Vorbesprechung legen wir die Aufnahmebereiche fest und besprechen mögliche Outfits. Wir besprechen Farben und Bildstimmungen. Bringen Sie entsprechend der vereinbarten Aufnahmebereiche lieber mehr mit, als zu wenig. Achten Sie dabei auf gut sitzende Kleidung und die passenden Schuhe und Accessoires. Fragen Sie ggf. Freunde nach weiteren Accessoires. Etwas Schmuck und Accessoires habe ich auch in meinem Studio

Und zum Schluß...

ein wenig Aufregung ist vollkommen in Ordnung und gehört immer dazu...

Dann bis bald zu unserem Shooting!

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Licht eine Form geben

Meine bevorzugten Lichtformer

Im Studio

Lichtfomer

Welche Lichtformer beschreibe ich hier?

Ich schreibe hier über die folgenden Lichtformer, die ich regelmäßig verwende. Das sind:

-       Beauty Dish

-       140er Octabox

-       Striplight

-       Reflektor

-       Schirme (85 und 105er)

-       Snoot

-       Wabenaufsätze (für Reflektoren, Softbox, Snoot und direkt)

-        

Beim Einsatz unterscheide ich zwischen Studio und on location Einsatz.

 

Beauty Dish

Im Studio setze ich den Beauty Dish gerne als Hauptlichtquelle ein. Entweder als einzelne Lichtquelle - wenn es um Porträtfotografie geht. Ein aus meiner Sicht entscheidender Vorteil des Beauty dish ist, dass ich mit diesem Lichtformer ein Gesicht bereits gut konturieren kann. Das erleichtert mir dann auch die Bildbearbeitung (insbesondere Dodge & Burn) im Nachgang.

 

Lichtsetup mit einem Beauty Dish
Setup mit einem Beauty Dish

Oder in setze diesen in Verbindung mit Effektlicht, aufhellendem Licht oder zwei Striplights bei einem High-Key Lichtaufbau ein. Auch da mache ich mir den modellierenden Charakter des Lichts zu nutze, allerdings helle ich die Schattenpartien mit den weiteren Lichtquellen auch mal etwas auf und kann somit die Stärker der Modellierung steuern.

Licht Setup mit Beauty Dish und zwei Strip Lights
Licht Setup mit Beauty Dish und zwei Strip Lights

Octabox

Habe ich ein größeres Motiv, benötige ich eine großflächige und homogene Ausleuchtung oder für extrem hochfrontales Licht verwende ich sehr gerne meine 140er Octabox. Daher ist dieser Lichtformer immer im Einsatz, wenn ich Beauty oder Fashion fotografiere und eine gute gleichmäßige Ausleuchtung benötige. Dabei kann ich die Gleichmäßigkeit auch noch etwas steuern – je nachdem ob ich mit oder ohne Innendiffusor arbeite. Dazu bekommt man neben dem umhüllenden Lichteffekt auch noch schöne Catchlights in die Augen.   

 

Auch wenn ich Fensterlicht im Studio simulieren will, verwende ich meine große Octabox. 

Catchlight mit zwei Strip Lights
Catchlight mit zwei Strip Lights

Striplights

Meine zwei Striplights kommen für unterschiedliche Lichtanordnungen zu Einsatz. Zum einen bei Low-Key Aufnahmen, gerne zusätzlich mit Wabe oder verringerter Leuchtfläche. Diese Softboxen sind sehr gut geeignet, um Streiflicht zu erzeugen, was Konturen besonders betont und ein intensives Spiel mit Licht und Schatten ermöglicht

 

Weiterhin nutze ich die Striplights zum Aufhellen des Hintergrunds bei High-Key Aufnahmen oder in einer ca. 60° Anordnung, um ein Model gleichmäßig  auszuleuchten, um aber dabei interessante Catchlights zu erzeugen.

 

Reflektoren

Mein Reflektoren sind alle silbern beschichtet, wobei die sich die Oberflächenstruktur und dem Öffnungswinkel unterscheidet. In allen Fällen setze ich sie ein, wenn ich gerichtetes Licht einsetzen möchte, mit dem ich deutliche Schatten erzeuge. Außerdem sind Reflektoren sehr gut geeignet, um mit Farbfolien zu arbeiten. Dazu kann ich mit Hilfe von Klappen auch noch zusätzlichen Schatten erzeugen und das Licht relativ genau steuern.

 

Ebenso lassen sich mit Reflektoren schöne Lichtsäume hervorzaubern, wenn diese hinter dem Model zum Einsatz kommen.

 

Ich nehme Reflektoren auch gerne mit on loction, da sie sehr robust sind. Und weil sie Hitzebeständig sind, lassen sie sich auch wunderbar mit einem Halogenbrenner verwenden.

 

 

Rembrandt Licht Setup mit Reflektoren als Lichtformer
Rembrandt Licht mit Reflektoren

 

Reflektorschirme

Diese Lichtformer sind, wie der Beauty Dish, inzwischen meine absoluten Favoriten. Insbesondere on location, da sie einfach zu transportieren und schnell aufgebaut sind. Mit ihrer silbernen Reflexbeschichtung erzeugen sie ein sehr helles und gebündeltes Licht. Ich verwende die ProFoto Deep Umbrella Silver mit meinen ProFoto Blitzköpfen. Insbesondere der kleine S-Schirm kommt von der Lichtcharakteristik sehr nahe an den Beauty Dish heran, erzeugt knackiges Licht, kann aber durch die Parabolform auch etwas fokussiert bzw. defokussiert werden. Mit der Verwendung der Diffusors verliert der Schirm etwa 1,5 Blenden, die Lichtcharakteristik geht dann eher in Richtung einer kleinen Oktabox. Der Softbox-Effekt ist bei dem M-Schirm ausgeprägter.

  

Die ProFoto Kombi B1 mit Schirm ist innerhalb von ein bis zwei Minuten aufgebaut und dank TTL Funktion auch sofort Einsatzbereit. Effizienter geht es zur Zeit nicht!

 

Lichtsetup mit Silberschirm für Porträts von Stephan Ernst
Effekt eines silbernen Schirms auf die Modellierung des Gesichts

Snoot

Um Effektlichter zu setzen verwende ich sehr gerne eine Snoot. So bekomme ich einen kleinen Lichtspot entweder in den Haaren oder auf dem Hintergrund.

 

Wabenaufsätze

Um Streulicht zu unterdrücken bzw. Licht gerichteter zu formen, verwende ich Waben. Hier habe ich Wahl, diese vor einen Reflektor, eine Softbox oder die Snoot anzubringen. In allen Fällen wird mein „Lichtfleck“ enger, das Licht gerichteter, die Schatten deutlicher. Ein Sonderfall ist mal wieder der ProFoto B1, auf den ich die Waben direkt Anbringen kann, so dass ich mir jeden weiteren Lichtformer sparen kann.

 

 

So, ich hoffe, ihr findet diesen Beitrag interessant und er hilf euch evtl. weiter. Ich nutze gelegentlich auch noch rechteckige Softboxen – aber wirklich nur elegentlich...

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Weiches Licht - gibt es nicht!

Weiches Licht - gibt es das ?

Alle reden von weichem Licht

 

Ich habe vor einigen Jahren, als ich mein eigenes Studio eigerichtet habe, mich auch viel damit befasst, was eigentlich de richtigen Blitze für mich sind - und die richtigen Lichtformer. Auch für die Größe meines Studios und für die Aufnahme-situationen, die mir damals so vorschwebten etc. 

 

Hartes und weiches Licht 

Mir war es wichtig, hartes und weiches Licht realisieren zu können. Damals dachte ich schon, was ist das eigentlich für eine komische Bezeichnung - weiches und hartes Licht... Ich kenne harte Strahlung - Strahlung hoher Energie. Davon ist Licht(-energie) aber weit entfernt.  

 

Begriffsklärung

Ich habe mir jetzt mal die Zeit genommen, diese Begriffe zu klären und "richtig" zu stellen. Weiches Licht gibt es nicht! Und hartes auch nicht!

Licht Setup mit punktförmiger Lichtquelle

Ich stelle in meinem ebook "Weiches Licht gibt es nicht" eine genauere Erklärung zu Licht und Schatten und der Wirkung unterschiedlicher Lichtformer dar. Mit diesem Wissen gewappnet, wird es einfacher, die richtigen Lichtformer für seinen Bedarf zu ermitteln und die richtigen Kaufentscheidungen zu treffen. Das kann viel Geld sparen.


Es gibt gerichtetes Licht und umgerichtetes Licht - auch diffuses Licht genannt. Entscheidend ist, ob ein Lichtstrahl (vereinfacht betrachtet) mein Objekt (hier Model) direkt erreicht, ohne gestreut zu werden. Trifft dies zu, rede ich von gerichtetem Licht (das was viele mit hartem Licht meinen) oder trifft das nicht zu. Dann wird mein Lichtstrahl unterwegs irgendwo gestreut (aufgeweitet) und verliert dabei einen Teil oder seine gesamte Richtung, die er mal hatte. Damit ist der Lichtstrahl ungerichtet oder gestreut. Ich rede dann von diffusem Licht (das genannte weiche Licht).

 

Gerichtetes Licht erreicht im wesentlichen mein Model, ohne dass viel von der Umgebung beleuchtet wird. Wir kennen das von z.B. Scheinwerfern, die mittels einer Linse fokussiert sind (typ. sind Verfolger im Theater). Die Umgebung wird kaum erhellt, die Schatten meines Models (wenn es nicht zu weit von einer Wand entfernt steht, sind scharf.

Wenn ich dagegen eine Lampe ohne Schirm, z.B. eine Glühbirne, nehme, beleuchte ich damit den gesamten Raum. Der Schatten meines Models ist schwach und sehr wenig abgegrenzt wenn überhaupt wahrnehmbar. Das ist nicht gerichtetes Licht.       

 

Ich habe zu diesem Thema ein ausführliches ebook geschrieben, das in kürze hier zum download angeboten wird. Hier erkläre ich den gesamten Hintergrund und betrachte dabei auch unterschiedliche Lichtformer hinsichtlich ihrer Licht und Schattenwirkung.

 

Als Fazit der gesamten Betrachtung ergibt sich, dass mit diesen Begriffen in Verbindung mit Lichtformern viel Marketing gemacht wird und wer die Hintergründe versteht, sehr schnell zu einer klaren Kaufentscheidung für die Lichtformer kommt, die er wirklich braucht. Damit kann man viel Geld sparen...   

 

Ich freue mich über viele Kommentare und Diskussionen zu diesem Thema.  

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Von Soft bis Dramatisch

Der Einsatz von sehr diffusem Licht

Hochfrontales Licht ist eines der drei grundlegenden Lichtsetups in der Peoplefotografie. Es wird insbesondere in der Mode- und Beautyfotografie sehr gerne eingesetzt und ist das für Porträts am häufigsten verwendete Licht.

Daher heißt es auch Beauty- oder Fashionlicht, Glamour-, Hollywood- oder Butterflylicht. Es ähnelt dem Licht der hochstehenden Sonne. Der berühmteste Vertreter in der Malerei, der für diese Lichtart steht, in Leonardo da Vincis Mona Lisa.

Das charakteristische Merkmal dieses Lichts ist bei frontaler Beleuchtung ist, dass der Schatten der Nase in etwa der Mitte zwischen Nase und Oberlippe liegt. Dieser Schatten hat die Form eines Schmetterlings, der auf das Modell zufliegt - daher auch der Name Butterfly Licht.

Sehr diffuse Ausleuchtung eines Porträts

 

Ich möchte aber nicht über dieses Licht schreiben, sondern über eine Abwandlung, die eine extreme Variation dieses Lichtaufbaus darstellt. 

Insbesondere bei Verwendung einer großen Lichtquelle (zB einer Octabox oder einem großen Schirm) die nun genau über dem Model zum Einsatz kommt, können besondere Beleuchtungen umgesetzt werden. Dabei reicht die Spannweite von sehr weich und gleichmäßig ausgeleuchtet bis hin zu dramatischem Licht, dass eher bedrohlich wirkt. 

Fangen wir bei der weichen Ausleuchtung an. Dazu positionieren wir unser Hauptlicht - optimalerweise an einem Galgenstativ - direkt über dem Modell. Die Lichtquelle wird dabei so positioniert, dass das Model etwa an der hinteren Kante der Softbox steht. Dann wird der Großteil des Lichts von dem Model in Richtung Boden gestrahlt. Mit einem Aufheller (Z.b. einer Styroporplatte) wird das  Gesicht des Models aufgehellt. Dabei ist zu beachten, dass der Aufheller sich in etwa auf Brusthöhe des Models befindet. Die genaue Position wird letztendlich durch den beabsichtigten Lichteffekt festgelegt. 

Dieses Licht wirkt wenig modellierend ist aber sehr geeignet, um z.B. Haut sehr schön darzustellen. Man bekommt keinen Spot sondern eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung. Daher ist es meiner Meinung nach perfekt für Make-up Fotos. Man muss dabei mit einer sehr guten Visagistin arbeiten, denn das Licht deckt Unsauberkeiten sehr schnell auf. Da das Licht an sich sehr wenig Plastizität beim Model erzeugt, es aber auch nicht großflächig erscheinen lässt, kann oder muss die Plastizität durch ein gutes Make-up dargestellt werden.

Um räumliche Tiefe ins Porträt zu bringen wird direkt hinter dem Model ein zweiter Blitz - mit Reflektor als Lichtformer - eingesetzt, um den Hintergrund auszuleuchten. Je nach verwendetem Hintergrund (schwarz oder weiß) wirkt das Bild spannungsvoll bis freundlich. 

Der Setup ist sowohl für Frauen- als auch Männerporträts geeignet. Durch eine kleine Veränderung im Setup kann man damit sehr modellierte und dramatische Bilder erzeugen. 

Studio Setup für Hochfrontales Licht

Dazu mehr in einem zweiten Teil zu diesem Thema der Studiofotografie.

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High Key Fotografie im Studio

High Key Fotografie

High Key Porträt im Blog von ST.ERN Photography

High-Key-Fotografie

 

Ich beginne heute mit der Beleuchtungstechnik für High-Key Fotos. Diese sind durch einen hellen Look geprägt - es wird sprichwörtlich alles mit Licht geflutet (Beispiel: Bild1).

 

Damit alles so leicht aussieht, kommen überwiegend flächige Lichtquellen zum Einsatz. Typisch für High-Key ist ein geringer Kontrastumfang und der üblicherweise kleine Anteil an dunklen Tönen. Helle Töne bzw. oftmals Weiß dominiert das Bild.

 

Wesentliche Charakteristik von High-Key Fotos ist, dass sie einen gut und hell ausgeleuchteten weißen oder grauen Hintergrund haben. Dazu ist es wichtig - um einen sauberen Hintergrund zu erstellen - dass dieser keine Verläufe in Form von Helligkeitsschwankungen enthält. Dazu benutzt man zwei oder mehrere Lichtquellen. Diese richtet man so parallel wie möglich zum Hintergrund aus. Dabei ist zu beachten, dass die Hintergrundblitze den Vordergrund bzw. das Model nicht beeinflussen – wobei das auch als Stilmittel eingesetzt werden kann. Ich setze für die Hintergrundbeleuchtung zwei Striplights mit Wabe ein.

 

Die Belichtung ist so zu wählen dass keine ausgebrannten Lichter auftreten und es eine erkennbare Trennung vom Hintergrund gibt. Der Hintergrund kann dabei in den oberen RGB-Werten von 250-255 liegen. Mann kann den ISO Wert auch etwas anheben, um weniger Leistung zur Hintergrundausleuchtung zu benötigen.

 

Ist die Hintergrundbeleuchtung eingerichtet, kommt der Vordergrund dran. Hier kommt bei mir ein Beauty Dish zum Einsatz. Damit bekomme ich eine schöne Zeichnung im Gesicht des Models und feine Schattenpartien unter Nase und Kinn. Man kann auch zwei Lichtquellen einsetzen, um Schatten aufzuhellen – oder einen Reflektor anstelle des zweiten Blitzes. Letztlich entscheidet darüber der persönliche Stil.

 

Lichtsetup für High Key Porträts von Stephan Ernst

Stolperfalle: Überbelichtung

 

Um zu vermeiden, dass man keine Details im Foto verliert, ist eine Überbelichtung der Vordergrundes unbedingt zu vermeiden. Verlorene Details sind trotz RAW Daten nicht wiederherstellbar. High-Key bedeutet nicht, überzubelichten, sondern alles heller. Ein guter Indikator ist dafür die Haut. Sobald weiße Stellen auf der Haut auftreten, ist das Bild überbelichtet. Ich messe daher meine Blitze bei High-Key Shootings sehr genau ein und kontrolliere während des Shootings ständig die Ergebnisse am Monitor. Hat man zuviel Blitzpower und kann nicht weiter drosseln, hilft entweder ISO runter, Blende erhöhen oder einen Graufilter aufschrauben. Es sollte aber kein Clipping entstehen. Clipping bezeichnet im Histogramm die Bereiche, in welchen die Spitzen der Tonwerte oben abgeschnitten werden. Daher beachte ich immer das Histogramm. Die optimale Belichtung ist da, wo die Spitze der Tonwerte gerade noch nicht geclippt werden.

 

Sollte man doch ausgebrannte Stellen haben wollen, so lässt sich dies immer noch in der Nachbearbeitung erreichen.

 

Einsatzgebiete von High Key

 

Wenn ich meinen Fokus auf Mimik und Gestik legen möchte, gleichzeitig aber unwichtige Details aus den Fokus „entfernen“ möchte, nutze ich den Bildstil High-Key. Dazu zählen insbesondere Portrait-, Akt- und Fashionfotografie (wenn der inhaltliche Fokus auf der Mode oder dem luftig leichten Lebensgefühl liegt, welches vermittelt werden soll).

 

Ein weiterer wesentlicher Faktor für ein gelungenes High Key Foto ist, die richtigen Materialen zu verwenden. Hier ist ganz klar, dass diese in erster Linie hell sein sollten. Dazu zählen z.B. Kleidung, Hintergrund und  Requisiten.

 

High Key Fotografie ist nicht ganz einfach – wenn es also aufs erste mal nicht so gut klappt, die Übung macht den Meister! Nicht aufgeben und Weiter versuchen.

 

Viel Spaß mit meinen Anregungen.

 

 

Euer Stephan

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Bekannt als Unterwasserfotograf  aus dem RTL Jugendmagazin Yolo

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